Kapitalismus kennt keine Grenzen – Unser Widerstand auch nicht!

DEMO | 28. Mai | 13.00 Uhr | Plärrer, Nürnberg

G8 zerschlagen – Kapitalismus abschaffen

In Deauville, einem Badeort im Norden Frankreichs, treffen sich in diesem Jahr die „Herren der Welt“. Gemeint sind die G-8 bestehend aus den USA, Frankreich, Russland, Japan, Deutschland, Italien, Großbritanien und Kanada. Während sie vorgeben Probleme wie Armut, Klimawandel usw. bekämpfen zu wollen, sind sie meist Verursacher dieser Umstände. Auch dieses Jahr dient der G8 Gipfel einzig und allein dazu, den Kapitalismus aufrecht zu erhalten und die wirtschaftlichen Interessen der mächtigsten Länder dieser Erde durchzusetzen. Ihr Erfolg lässt sich nicht zuletzt daran messen, dass in diesen acht Ländern (13,5% der Weltbevölkerung) rund zwei Drittel des weltweiten Bruttonationaleinkommens erwirtschaftet werden.

Unter dem Deckmantel der „Verbesserung der Teilnahmechancen der armen Länder des Südens am Welthandel“ setzten die G-8-Staaten die Neoliberalisierung der Weltwirtschaft mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln durch, die von ökonomischen Sanktionen bis hin zu Kriegen reichen. Die Folge dieser Politik ist, dass weltweit die Reichen reicher und die Armen ärmer wurden und werden.
Die kapitalistische Weltordnung, an deren Spitze die G-8 stehen, bedeutet, dass die reichsten 0,5 % der Weltbevölkerung 35,6 % des globalen Vermögens sich angeeignet haben, während die ärmere Hälfte (über drei Milliarden Menschen) nur 2 % besitzt. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft sowohl innerhalb einzelner Länder als auch global immer weiter auseinander. Über 90% des weltweiten Reichtums befinden sich in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum, gleichzeitig leiden sogar ganze Kontinente unter Armut und Hunger. Während Armutsbekämpfung seit Jahrzehnten bei jedem G-8-Gipfel theatralisch inszeniert und die Integration der armen Länder des Südens in den Welthandel als das Allheilmittel verkauft werden, sieht ihre Integration in die neoliberale Weltwirtschaftsordnung so aus: jeder sechste Mensch auf der Erde ist unterernährt. Zweidrittel der weltweit hungernden Menschen konzentrieren sich auf sieben Länder: China, Indien, Bangladesch, Kongo, Indonesien, Äthiopien und Pakistan; in den Ländern des subsaharischen Afrikas hungern sogar 30 % der Gesamtbevölkerung. Ohne einen radikalen Wandel ist nicht zu erwarten, dass sich diese Zahlen zurück entwickeln, denn immer mehr Menschen, die weder als Arbeitskraft noch als Konsumenten der Profitmaximierung der Konzerne dienen, werden im Kapitalismus als überflüssig angesehen. Der Kapitalismus tötet die Menschen in der Dritten Welt, von denen viele „überflüssig“ geworden sind, zu „normalen Zeiten“ durch Hunger, potenzierte Ausbeutung, die einzig und allein der Profitmaximierung dient, und Krankheiten, die leicht in den Griff zu kriegen wären. Jedoch sind Milliarden Menschenleben bedeutungslos gegenüber dem Profit großer Konzerne, die ihren Sitz in den imperialistischen G-8-Staaten haben. Das ist aber nicht der einzige Weg für die Imperialisten über Leichen zu gehen, um ihre Weltherrschaft aufrecht zu erhalten und höhere Profite zu erzielen. Auch imperialistische Raubzüge gehören zur Normalität des Kapitalismus. So werden Kriege geführt, um neue Absatzmärkte für die Produkte europäischer und nordamerikanischer Konzerne zu erschließen, den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu gewährleisten bzw. zu monopolisieren. Auch wenn die „Herren der Welt“ vor jedem Krieg, den sie anfangen, erzählen, warum ihre Intervention selbst für ihre Opfer gut sein soll, sprechen Länder wie Afghanistan oder der Irak eine andere Sprache: An der Lage der afghanischen Frauen und Schwulen, die angeblich von ihren Unterdrückern befreit werden sollten, hat sich nichts verändert. Im Irak wurde die ganze Infrastruktur des Landes durch Bombardements zerstört, den Auftrag diese wieder aufzubauen, erhielten – was für eine Überraschung – US-amerikanische und europäische Konzerne. Das irakische Gesundheitssystem, welches bis dato staatlich und größtenteils kostenlos war, wurde privatisiert, so dass Millionen von Menschen von Ärzten und Medikamenten nur noch träumen können. Wenn sie heute in Libyen eingreifen, dann bestimmt nicht aus humanitären Beweggründen, sondern wegen der Aussicht auf neue Ressourcen (mehr Öl) und Profitsteigerungen.

Öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich global, so bedeutet das nicht, dass die Menschen in den reichen Ländern von den Angriffen der ökonomisch und politisch Herrschenden verschont bleiben. Überall sind die Menschen immer schärfer werdenden Ausbeutungsbedingungen ausgesetzt: Lohnabhängige werden ihrer Rechte beraubt, gegeneinander ausgespielt und dadurch ärmer. So zum Beispiel, wenn wir von 1,8 Millionen Analphabeten und 236.000 Obdachlosen in einer 10 Millionen Metropole sprechen, ist nicht von Manila, Nairobi oder Diyarbakir die Rede, sondern von Los Angeles, sozusagen dem Innersten des „Herzen der Bestie“. Wie wir, die Menschen der Erde, heute leben, unsere Armut und unser Hunger, sind nicht unser Schicksal, diese Zustände werden von mächtigen Regierungen imperialistischer Staaten und Großkonzernen, die über Landesgrenzen hinweg agieren, erzwungen. Solange die G-8, G-20, IWF, Weltbank oder ähnliche Machtinstrumente der Herrschenden das Sagen über unsere Leben haben, werden Ausbeutung und Unterdrückung die Welt regieren. Wir wissen aber: Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sondern sie muss her, wenn wir ein menschenwürdiges Leben für uns alle – und zwar weltweit wollen. Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung, für eine Welt, in der Hunger, Armut und Kriege nur in Geschichtsbüchern zu finden sind und nirgendwo sonst:

Entmachten wir die Herrschenden! Enteignen wir die Konzerne! Nehmen wir alle Macht und den ganzen Reichtum der Welt in unsere Hände, denn uns gehört die Welt!

Für die soziale Revolution – weltweit